Infrarot

01.04.2011

Berlin ist eine weltoffene und soziale Metropole

Allein der Größe nach ist Berlin sicherlich keine Metropole. Denn die großen Metropolen der Welt haben weit mehr als zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohner – Berlin lediglich 3,4 Mio. Aber die Größe ist auch in anderen Dingen selten entscheidend. Die Ausstrahlungskraft einer Stadt, die Zahl der Unternehmenssitze und die Wirtschaftskraft, die Bedeutung der Stadt für die Region und das Land – dies sind weit wichtigere Faktoren, die eine Metropole ihr Gesicht geben.
Und Berlin, das wird kaum einer bestreiten, ist in diesem Sinne die wirklich einzige deutsche Metropole. Berlin gilt weltweit als attraktive Stadt, die immer mehr Besucherinnen und Besucher und auch Bewohnerinnen und Bewohner in die Stadt zieht. Die Zahl der Arbeitsplätze und damit die Wirtschaftskraft der Stadt steigt gewaltig. So sind allein in den letzten fünf Jahren mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze in Berlin entstanden. Dass der Suhrkamp-Verlag oder Universal Music nach Berlin kommen, das hat seinen Grund. Und nicht zuletzt als Hauptstadt hat Berlin eine wichtige Funktion in Deutschland und der Welt. Nachrichten aus Deutschland werden auf dem ganzen Globus „aus Berlin“ gesendet.
Und geben wir es klammheimlich zu: Sind wir nicht selbst ein wenig stolz über die glühenden Augen anderer, wenn wir auf Urlaubsreisen erzählen, dass wir aus Berlin kommen? Attraktivität entsteht nicht von alleine. Klaus Wowereit und die SPD haben der Stadt ein kreatives und menschliches Gesicht gegeben. Oder will noch jemand in Berlin unter Diepgens CDU leben? Wohl kaum. Doch Attraktivität alleine reicht sicher nicht, um Berlin zu gestalten. Eine so große Stadt kennt auch die Kehrseiten jeder Metropole: Armut, Kriminalität, soziale Unsicherheit, Bildungschancen nicht für jede oder jeden, Korruption oder Umweltbelastung. Klar, die Situation hier in Berlin ist nicht vergleichbar mit Metropolen wir Rio de Janeiro, Jakarta oder London. Denn trotz aller Probleme, leben die Menschen hier friedlich zusammen, funktioniert der öffentliche Personennahverkehr trotz S-Bahn und sind Schule, Kitas und Krippen für alle da.
Nötig für die soziale Gestaltung der Metropole ist gute Stadtpolitik. Denn es ist ein Kraftakt, solche Städte wie Berlin sozial und politisch zusammenhalten. Das gilt nicht nur für die Menschen, egal woher sie kommen. Sondern das gilt auch die die vielen Kieze, die alle lebenswert sein müssen. Die SPD hat seit 2001 alles daran gesetzt, dass Ost und West zusammenwachsen. Heute reden wir wie selbstverständlich von Berlin, wenn wir über die Stadt reden – nicht mehr über West oder Ost. Was für ein unglaublicher Erfolg, denn in Berlin ist wirklich zusammengewachsen, was zusammen gehört. Jetzt geht es vor allem darum, die ganze Stadt lebenswert zu halten. Berlin braucht gute Bildung, schon in der Kita. Es ist gut, dass jetzt noch mehr getan wird, Krippen und Kitas auszubauen. Dafür stellt der Senat 1.800 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher ein.
Mit der neuen Sekundarschule ist es jetzt endlich allen Schülerinnen und Schülern möglich, auf ihrer Schule ein Abitur zu machen. In Berlin wird nicht mehr nach Einkommen und Herkunft selektiert. Daran müssen die Politik, aber auch Eltern und Lehrkräfte weiter arbeiten. Chancengleichheit in der Bildung fördern wir auch dort, wo das Einkommen nicht horrend ist. Denn mit der SPD ist klar: Mit uns gibt es keine Bildungsgebühren, weder in der Kita noch in der Universität.
Hier gehen andere große Städte andere Wege: In Hamburg beispielsweise haben Schwarze und Grüne die Kita-Gebühren erhöht und Studiengebühren eingeführt. In Berlin schließt sich das aus, denn der Zusammenhalt der Stadt ist der SPD viel Wert.
Und einen letzten Grund, warum Berlin eine menschliche Metropole ist, gibt es auch: Berlin ist weltoffen und tolerant. Hier gehen die Menschen auf die Straße, wenn Nazis Intoleranz schüren wollen. Hier achten die Schülerinnen und Schüler auf eine Schule ohne Rassismus. Hier unterstützt die SPD im Senat Landesprogramme gegen Rechts, damit Initiativen und Vereine ihre Antirassismus- und Integrations-Projekte durchführen können. Denn nur weltoffene Metropolen sind menschliche und erfolgreiche Städte. Dafür, dass das so bleibt, müssen wir uns engagieren! Soziale Gerechtigkeit und sozialer Zusammenhalt bleibt das Ziel.

Björn Böhning lebt in X-Berg und ist Mitglied im SPD-Parteivorstand.


01.04.2011

Umsonst und Draußen - Berliner Parks

Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen raus, strömen wir BerlinerInnen in die Parks. Doch welcher Park ist eigentlich am Schönsten? Elisa aus der Infrarotredaktion hat sich mal umgehört.

Philipp 26: Ich sitze im Mauerpark im Prenzlauer Berg. Im Sommer hat der Mauerpark sicher sehr wenig mit Grünfläche zu tun, so überlaufen ist dieser, dennoch für mich der schönste Park in Berlin. Hier kannste wat erleben, hier kommen alle Berlinerinnen und Berliner zusammen. Am Sonntag Karaoke im Amphitheater oder Flohmarkt, Party und Grillen bis spät in die Nacht. Sicherlich hat in den vergangenen Jahren der Prenzlauer Berg seinen wilden und jugendlichen Charme verloren, aber im Mauerpark gibt es diese Momente noch. Hier darf jeder er/sie selbst sein, darf laut sein, darf Musik machen, darf Sport machen, darf Freak sein, darf grillen, darf tun oder lassen wonach ihm oder ihr gerade ist. Das macht den Mauerpark aus. Wichtig ist nun, dass die lange geplante Erweiterung im Wedding vorgenommen wird, das potentielle Konflikte mit AnwohnerInnen vermieden werden und dass das Gebiet nördlich des Gleimtunnels nicht den Kapitalinteressen geopfert wird. Damit der Mauerpark ein Park für alle BerlinerInnen bleibt.

Marie  22: Ich kenne den Volkspark Wilmersdorf schon immer. Gefühlt habe ich dort meine ganze Kindheit verbracht und auch heute bin ich noch oft hier. Während ich früher am liebsten an Sommermorgenden nackt unter den Rasensprengern herumgerannt bin, liege ich heute – vorzugsweise angezogen- am Liebsten auf dem Rasen. Aber die Wiese ist noch immer die Gleiche geblieben: Die große Liegewiese am Schoelerpark gleich neben dem Kiosk. Früher habe ich dort Kolakracher und Gummischnuller für 5 Pfennig gekauft, heute lieber Milchkaffee und Zigaretten. Ich mag den Volkspark, weil er genauso ist, wie er immer war. Noch immer verbringen Kindergartengruppen ihre Vormittage auf dem Spielplatz (übrigens früher wie heute mit einer 1a Wasserpumpe und Matschgarantie!), JoggerInnen rennen im Kreis und Dunkelbraun gebrannte RenterInnen liegen ab den ersten Sonnenstrahlen auf der Wiese und grillen sich. Gegrillt werden hier aber nur die eigenen Körper, denn lecker Würstchengrillen darf man im bürgerlichen Volkspark nicht.

Lars 29: Ich wohne in der Puderstraße. Dies ist eine Seitenstraße der Straße am Treptower Park. Das klingt nicht nur schön und grün, das ist es auch! Besonders schön ist es, wenn es Frühling ist. Dass kann man auf die Straße treten und durch eine komplett grüne Straße direkt auf den Treptower Park schauen. Da fühlt man sich wohl. Aber nicht nur als Wohngegend ist der Treptower Park unschlagbar. So viel Wasserkante hat wohl kein anderer Park in Berlin. Es gibt nichts Schöneres als im Sommer direkt an der Spree zu liegen oder mit Freundinnen und Freunden zu grillen. Ein besonderes Highlight ist aber natürlich auch die Insel. Viel Kleinkunst ist dort so manchen Abend anzutreffen. Nachdenklich stimmen kann dieser Park mich aber auch. Wenn ich am Ehrenmahl der gefallenen Soldaten, mitten im Park gelegen, vorbeikomme, werde ich förmlich von der Geschichte erdrückt.

Luise 16: Da ich in Kreuzberg wohne, gehe ich, wenn ich schon mal in einen Park gehe, am liebsten in den Görlitzer Park. Schon der Weg zum Görlitzer Park ist eigentlich Entspannung pur: am Landwehrkanal entlang und nur ein kurzes Stück an der Straße. Ich finde, die Leute im Görlitzer Park sind sehr gemischt. Es sind natürlich viele Studenten und junge Leute da, aber es ist noch nicht so überlaufen, wie vielleicht im Mauerpark im Prenzlauer Berg. Im Sommer kann man im Park gut ein Buch lesen oder einfach entspannen. Irgendwelche Ballspiele sind nicht so meins, ich habe im Park am liebsten meine Ruhe. Da meine Freunde auch alle in der Nähe wohnen, ist es im Sommer einfach ein guter Treffpunkt. Die U-Bahn-Station ist in der Nähe, man ist nah am Zentrum und trotzdem in der Natur.


07.02.2007

Infrarot - In eigener Sache

Liebe Genossinnen und Genossen,
vor euch liegt die erste Infrarot-Ausgabe, die neue Verbandszeitung der Jusos Berlin. Sie soll zukünftig drei- bis viermal im Jahr erscheinen. Wir möchten mit dieser Zeitung aktuelle Diskussionen im Verband aufgreifen, vertiefen. Deshalb hat die erste Ausgabe Rechtsextremismus als Schwerpunktthema. Für die zweite Ausgabe ist der G8-Gipfel als Schwerpunkt vorgesehen. Wir wollen euch Hintergründe und Argumente nennen.
Infrarot
soll aber vor allem eure Zeitung werden; zur Diskussionsplattform des Landesverbands wird sie nur, wenn ihr euch beteiligt!
Deshalb lasst uns an euren Diskussionen im Kreis oder in den AGs teilhaben. Wenn ihr eine spannende Veranstaltung hattet, dann schreibt uns einfach eine Email an Infrarot [at] flary [punkt] de
Auch über Verbesserungsvorschläge freuen wir uns natürlich.
Eure Infrarot-Redaktion