Berlin ist eine weltoffene und soziale Metropole
Allein der Größe nach ist Berlin sicherlich keine Metropole. Denn die großen Metropolen der Welt haben weit mehr als zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohner – Berlin lediglich 3,4 Mio. Aber die Größe ist auch in anderen Dingen selten entscheidend. Die Ausstrahlungskraft einer Stadt, die Zahl der Unternehmenssitze und die Wirtschaftskraft, die Bedeutung der Stadt für die Region und das Land – dies sind weit wichtigere Faktoren, die eine Metropole ihr Gesicht geben.
Und Berlin, das wird kaum einer bestreiten, ist in diesem Sinne die wirklich einzige deutsche Metropole. Berlin gilt weltweit als attraktive Stadt, die immer mehr Besucherinnen und Besucher und auch Bewohnerinnen und Bewohner in die Stadt zieht. Die Zahl der Arbeitsplätze und damit die Wirtschaftskraft der Stadt steigt gewaltig. So sind allein in den letzten fünf Jahren mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze in Berlin entstanden. Dass der Suhrkamp-Verlag oder Universal Music nach Berlin kommen, das hat seinen Grund. Und nicht zuletzt als Hauptstadt hat Berlin eine wichtige Funktion in Deutschland und der Welt. Nachrichten aus Deutschland werden auf dem ganzen Globus „aus Berlin“ gesendet.
Und geben wir es klammheimlich zu: Sind wir nicht selbst ein wenig stolz über die glühenden Augen anderer, wenn wir auf Urlaubsreisen erzählen, dass wir aus Berlin kommen? Attraktivität entsteht nicht von alleine. Klaus Wowereit und die SPD haben der Stadt ein kreatives und menschliches Gesicht gegeben. Oder will noch jemand in Berlin unter Diepgens CDU leben? Wohl kaum. Doch Attraktivität alleine reicht sicher nicht, um Berlin zu gestalten. Eine so große Stadt kennt auch die Kehrseiten jeder Metropole: Armut, Kriminalität, soziale Unsicherheit, Bildungschancen nicht für jede oder jeden, Korruption oder Umweltbelastung. Klar, die Situation hier in Berlin ist nicht vergleichbar mit Metropolen wir Rio de Janeiro, Jakarta oder London. Denn trotz aller Probleme, leben die Menschen hier friedlich zusammen, funktioniert der öffentliche Personennahverkehr trotz S-Bahn und sind Schule, Kitas und Krippen für alle da.
Nötig für die soziale Gestaltung der Metropole ist gute Stadtpolitik. Denn es ist ein Kraftakt, solche Städte wie Berlin sozial und politisch zusammenhalten. Das gilt nicht nur für die Menschen, egal woher sie kommen. Sondern das gilt auch die die vielen Kieze, die alle lebenswert sein müssen. Die SPD hat seit 2001 alles daran gesetzt, dass Ost und West zusammenwachsen. Heute reden wir wie selbstverständlich von Berlin, wenn wir über die Stadt reden – nicht mehr über West oder Ost. Was für ein unglaublicher Erfolg, denn in Berlin ist wirklich zusammengewachsen, was zusammen gehört. Jetzt geht es vor allem darum, die ganze Stadt lebenswert zu halten. Berlin braucht gute Bildung, schon in der Kita. Es ist gut, dass jetzt noch mehr getan wird, Krippen und Kitas auszubauen. Dafür stellt der Senat 1.800 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher ein.
Mit der neuen Sekundarschule ist es jetzt endlich allen Schülerinnen und Schülern möglich, auf ihrer Schule ein Abitur zu machen. In Berlin wird nicht mehr nach Einkommen und Herkunft selektiert. Daran müssen die Politik, aber auch Eltern und Lehrkräfte weiter arbeiten. Chancengleichheit in der Bildung fördern wir auch dort, wo das Einkommen nicht horrend ist. Denn mit der SPD ist klar: Mit uns gibt es keine Bildungsgebühren, weder in der Kita noch in der Universität.
Hier gehen andere große Städte andere Wege: In Hamburg beispielsweise haben Schwarze und Grüne die Kita-Gebühren erhöht und Studiengebühren eingeführt. In Berlin schließt sich das aus, denn der Zusammenhalt der Stadt ist der SPD viel Wert.
Und einen letzten Grund, warum Berlin eine menschliche Metropole ist, gibt es auch: Berlin ist weltoffen und tolerant. Hier gehen die Menschen auf die Straße, wenn Nazis Intoleranz schüren wollen. Hier achten die Schülerinnen und Schüler auf eine Schule ohne Rassismus. Hier unterstützt die SPD im Senat Landesprogramme gegen Rechts, damit Initiativen und Vereine ihre Antirassismus- und Integrations-Projekte durchführen können. Denn nur weltoffene Metropolen sind menschliche und erfolgreiche Städte. Dafür, dass das so bleibt, müssen wir uns engagieren! Soziale Gerechtigkeit und sozialer Zusammenhalt bleibt das Ziel.
Björn Böhning lebt in X-Berg und ist Mitglied im SPD-Parteivorstand.